Digitales
Mittelformat
Dieser Blogbeitrag widmet sich den Daten des digitalen Mittelformats als Basis für den Druck.
Einleitung
Die Preisliberalisierung des digitalen Mittelformats bescherte dem System nicht nur einen erkennbaren Zuwachs an Interessenten, sondern ebenso an Eignern. Bei allem Wohlwollen zu mehr Sensorfläche stellt sich dennoch die Frage, ob die Daten aus digitalen Mittelformatkameras zu einer sichtbar besseren Qualität in den Printdaten führen. Um es kurz und knapp vorweg zu nehmen: Ja, die Druckdaten sind erkennbar besser.
Was zeichnet die Druckdaten des digitalen Mittelformats aus?
Kleine und große Sensorformate werden seit vielen Jahren mit ähnlich hohen Auflösungen angeboten. Beim Vergleich von zwei Sensorformaten mit gleicher Auflösung ist das einzelne Sensel eines flächenmäßig größeren Sensors physikalisch größer. Somit kann es mehr Licht empfangen als das einzelne Sensel eines kleineren Sensors. Bekannt ist, dass dieser Größenvorteil zu weniger Bildstörungen durch sogenanntes Rauschen führt. Aber dieser Vorteil ist tatsächlich marginal und in der Praxis eher zu vernachlässigen.
Das digitale Mittelformat hat jedoch einen eher weniger bekannten Vorteil, der durch die größeren Sensel hervorgerufen wird: höhere Mikrokontraste.
Geringfügige Helligkeitsunterschiede können von Mittelformatsensoren besser differenziert werden. Dieser Vorteil führt zu einer sichtbar besseren Plastizität in den Bilddaten. Sowohl in den Schatten als auch in den Lichtern solcher Daten werden selbst kleinste Helligkeitsunterschiede souverän herausgearbeitet.
Die Bestimmung des optimalen Gleichgewichts zwischen schmeichelnder Weichheit und knackigen Kontrasten ist mit solchen Sensoren erheblich einfacher als es mit kleineren Sensoren der Fall ist.
Keine Frage, auch sogenannte „Kleinbild-Vollformatsensoren“ liefern bereits ordentliche Druckdaten, im direkten Vergleich wirken Drucke von dieser Sensorgröße jedoch eher stumpf.
Dreh- und Angelpunkt der Daten des digitalen Mittelformats ist ihre native Ausgewogenheit der Kontraste. Diese Ausgewogenheit führt zu einem natürlichen Bildeindruck, der nicht durch harsche und nachträglich zugefügte Eingriffe gestört wird. Denn allzu schnell verliert sich der natürliche Bildeindruck in den Daten kleinerer Sensorformate durch das Zufügen von Kontrasten. Artefakte, also digitale Bildstörungen, werden in solchen Daten bei übermäßiger Kontrastanhebung sichtbar.
Dieses Motiv verlangt nach einem Papier, welches die unzähligen Tonwerte nicht nur reproduzieren kann, sondern ebenso brillant wiedergibt. Die Wahl fiel auf das Canson Baryta Prestige II.
Bis zu 16 Bit Farbtiefe
Ein weiterer Vorteil der digitalen Mittelformatsensoren ist die hohe Farbtiefe von 16 Bit. Dieses Feature bieten nicht alle digitalen Mittelformatsensoren, aber einige. Die höhere Farbtiefe führt theoretisch zu mehr Farbtreue sowohl in den Lichtern als auch in den Schatten, ganz sicher aber zu homogeneren Verläufen monochromer Bildflächen und besseren Farbkontrasten.
Bildbearbeitung
Im direkten Vergleich zu kleinen Sensorformaten ist die Bearbeitung von Bilddaten aus digitalen Mittelformatkameras weniger umfangreich. Mit wenigen Handgriffen entsteht in der Regel das gewünschte Ergebnis. Dazu tragen sicherlich auch die ausnahmslos guten Objektive für das digitale Mittformat bei. Feinfühlig können Farben und Kontraste justiert werden. Auch die Umsetzung plastischer Schwarzweißbilder ist mit Daten des großen Sensorformats einfacher möglich als beispielsweise mit Daten aus dem Vollformat.
Maximale Tonwertdifferenzierung und höchste Dichtewerte erreichen Papiere wie das Canson Infinity Baryta Prestige II.
Fazit
Jedes Format hat seine Vorzüge, daher können auch mehrere davon problemlos nebeneinander existieren. Ein Handwerker verfügt schließlich nicht nur über einen Hammer in seiner Werkzeugkiste, sondern über jeweils einen, der für die jeweilige Aufgabe geeignet ist. Die Aufgabe des digitalen Mittelformats besteht darin, Daten in höchstmöglicher Qualität zu liefern. Wer je die Plastizität des digitalen Mittelformats erlebt hat, wird sich ihrem Charme kaum mehr entziehen können.
