Metamerismus
Zwei Farben können identisch aussehen, obwohl sie physikalisch unterschiedliche Spektren haben.
Praktisches Beispiel:
Ein Monitor kann das Rot eines Apfels erzeugen, indem er rotes Licht bei 650 nm emittiert (additive Farbmischung). Ein Drucker kann das gleiche Rot erzeugen, indem er Magenta und Gelb mischt (subtraktive Farbmischung). Für das menschliche Auge sehen beide Rottöne identisch aus – das ist Metamerismus.
Das Problem mit Metamerismus
Metamerismus ermöglicht es uns, Farben auf verschiedene Weise zu reproduzieren. Wir müssen nicht das exakte Spektrum reproduzieren, sondern nur das Spektrum, welches das menschliche Auge als identisch wahrnimmt.
Metamerismus bedeutet jedoch auch, dass zwei Farben, die auf einem Monitor identisch aussehen, unter verschiedenen Lichtverhältnissen unterschiedlich aussehen können. Das ist Metamerismus unter verschiedenen Lichtverhältnissen – ein häufiges Problem in der Druckindustrie.
Farbkonstanz und Beleuchtung
Wie bereits erwähnt, passt unser Gehirn automatisch die Beleuchtung an. Das ist großartig für das alltägliche Sehen, kann Ihr Farbmanagement aber sabotieren.
Wenn Sie Ihre Bilder unter Glühbirnenlicht (warmweiß, etwa 2700K) bearbeiten und dann unter Tageslicht (etwa 5500K) betrachten, werden Sie bemerken, dass die Farben völlig unterschiedlich aussehen. Das ist nicht so, weil Ihr Farbmanagement fehlerhaft ist – es ist, weil Ihr Gehirn Sie unter verschiedenen Lichtverhältnissen täuscht.
Die Lösung:
Arbeiten Sie unter standardisierter Beleuchtung (typischerweise D65-Tageslicht bzw. D50-Druckvorstufe und verwenden Sie Betrachtungskabinen bei kritischen Farbentscheidungen.
Externer Link zu Wikipedia zum Thema Farbkonstanz
Praktischer Hinweis
Injet- oder Offsetfarben neigen, je nach Hersteller und Farbentyp, mehr oder weniger zum Metamerismus. Diese Eigenschaft hat einen nachhaltigen Einfluss auf die Präsentation von Drucken. Je nach Lichtart kann ein unter Normlicht korrekter Druck, Farbabweichungen Richtung Cyan, Magenta oder Grün aufweisen. Dieser Effekt tritt insbesondere in neutralen Grautönen auf, sich aus Farben zusammensetzen (CMYK). Um solche Überraschungen zu vermeiden, sollte die Beleuchtungssituation im Präsentationsraum abgeklärt und in der Druckvorstufe berücksichtigt werden.